Der Apfelbaum

Sommer 1999

Zwei Frauen verbringen gemeinsam ein paar Tage ihres wohlverdienten Urlaubs im Garten.
Sie lesen, sie entspannen sich, sie plaudern, sie tauschen Erfahrungen aus.
Dabei sitzen sie unter einem Apfelbaum, der ihnen in der sommerlichen Hitze Schatten spendet.
Er breitet seine Arme schützend über ihnen aus.
Die Äpfel an seinen Zweigen sind schon fast reif.
Sie duften süß und gleichzeitig frisch.
Sie beleben die Gedanken und Träume der beiden Frauen.
Sie wollen einen Samen pflanzen, den Kern eines Apfels.
Er soll in der Erde ruhen, bis der neue Frühling kommt und er anfangen kann zu wachsen.
Aus dem Kern entsteht ein kleines Pflänzchen.
Sie wollen es pflegen und gießen und ihm Platz geben.
Es darf sich entwickeln und immer weiter wachsen.
Es soll groß und stark werden und es soll andere Menschen vor der heißen Sonne schützen.
Es soll Schatten spenden.
Seine Früchte sollen auch für andere Menschen duften und sie nähren und erfrischen.

Diese Idee gefällt den beiden Frauen so gut, dass sie gleich damit anfangen wollen.
Der Samen ist gepflanzt und ruht in der Erde.
Sie suchen sich Helfer, die das Pflänzchen gemeinsam mit ihnen pflegen.
Der Baum wächst und gedeiht und trägt viele Früchte.
Immer mehr Menschen helfen bei der Pflege.
Immer mehr Menschen freuen sich an dem Duft und der Frische seiner Früchte.

Ist das nicht unerhört ???

 

Text: Petra Kellermann

Geschichte

unerhört e.v. wurde am 1.11.1999 in Berlin gegründet. Anliegen des Vereins ist die Förderung, Beratung, Erziehung und Bildung hörgeschädigter Menschen unter Anwendung differenzierter Kommunikationsformen (Deutsche Gebärdensprache, Lautsprachbegleitende Gebärde, Laut- und Schriftsprache), um eine bessere Integration in die hörende Umwelt zu erreichen. Wir verstehen unsere Arbeit auch als Umsetzung des am 17.5.1999 verabschiedeten Landesgleichberechtigungsgesetzes, in dem Berlin als erstes Bundesland die Deutsche Gebärdensprache als vollwertige Sprache anerkennt. Aus diesem Grund bieten wir nicht nur ambulante Hilfen und Beratung für Hörgeschädigte und deren Angehörige an, sondern auch Gebärdensprachkurse und Kommunikationstraining für Betroffene, Angehörige, Arbeitskollegen, Erzieher, Helfer etc. unerhört e.v. versteht sich als Förderer der Gehörlosenkultur und der Gebärdensprache. Wir unterstützen unsere Klienten bei der Durchsetzung ihrer Rechte, wie z. B. die Anwendung der Deutschen Gebärdensprache als Amtssprache oder den Einsatz von Gebärdensprach-Dolmetschern laut Landesgleichberechtigungsgesetz. Wir treten ein für gleiche Bildungschancen für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche, eine besondere Rolle kommt hierbei der bilingualen Förderung zu.

Leitbild

Als gemeinnütziger Träger der Freien Wohlfahrtspflege erbringen wir auf Grundlage unserer Satzung soziale Dienstleistungen in den Arbeitsfeldern der Jugendhilfe nach SGB VIII und der Eingliederungshilfe nach SGB XII.

Unser Angebot wird ergänzt durch Projekte im Bereich Bildung, Kultur und Freizeit.

Als Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Berlin, fühlen wir uns den Werten und Prinzipien unseres Dachverbandes verbunden.

Als spezialisiert und überregional arbeitender Träger setzen wir uns für die Belange tauber und schwerhöriger Menschen und ihrer Angehörigen in ganz Berlin ein. Ziel unserer Arbeit ist die Unterstützung Hilfe suchender Menschen jeglicher Herkunft, aller Altersgruppen und in allen denkbaren Lebenslagen.

Uns ist bewusst, dass jeder Mensch in Krisen- und Überforderungssituationen geraten kann und begegnen unseren Klienten daher wertschätzend und vorurteilsfrei.

In der Zusammenarbeit bemühen wir uns, Ressourcen und Selbsthilfekräfte unserer Klienten zu stärken. Wir unterstützen sie darin, ihre eigenen lösungsorientierten Strategien im Alltag umzusetzen. In der Zusammenarbeit mit den Familien, den öffentlichen Trägern und anderen Institutionen legen wir Wert auf fachliche Kompetenz und Transparenz.

Wir arbeiten nach festen fachlichen Standards und gleichzeitig so flexibel und pragmatisch, wie es die Menschen und Situationen des Einzelfalls erfordern.

Wir arbeiten im multiprofessionellen Team und bilden uns kontinuierlich fachlich weiter.

Teamarbeit hat einen großen Stellenwert bei unserem Träger. In der internen Zusammenarbeit begegnen wir uns aufmerksam, unterstützend und partnerschaftlich.

Die Verwendung der öffentlichen Mittel erfolgt sparsam und wirtschaftlich ausschließlich für die Erreichung dieser Ziele. Wir haben uns der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen und verpflichten uns damit, Informationen zu Entscheidungsstrukturen, Tätigkeiten und Verwendung der Mittel der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Wir verstehen uns als lernende Organisation, die ihre Standards innovativ und zukunftsorientiert permanent weiter entwickelt.